CleanAir II

Wir brennen für saubere Luft

Die Verbrennung von Biomasse trägt immer noch deutlich zur Emission von Luftschadstoffen bei. Aber das muss nicht sein, unser CleanAir by biomass Projekt hat gezeigt, dass die Emissionen durch Schulung der Nutzer um bis zu 97% reduziert werden können. Heute setzen wir dieses Wissen in unserem Citizen Science Projekt Clean Air II in der Steiermark um. Wie wir das machen und welchen Impact wir erreichen, können Sie hier erfahren!

Wer kennt es nicht, das wärmende, wohlige Gefühl wenn man vor einem knisternden, lodernden Feuer sitzt? Und trotzdem verspürt so mancher ein schlechtes Gewissen, wenn er seinen Ofen einheizt. Denn neben der Emission von Feinstaub können bei ungünstiger Betriebsweise auch vermehrt krebserregende Stoffe wie Benzo(a)pyren (IARC) emittiert werden. Kommen auch noch ungünstige Wetterlagen (Invervsionswetter mit geringem Luftaustausch), spezifische geographische Eigenschaften (z.B. Becken- und Tallagen) und/oder geringe Außentemperaturen dazu, kann man einen deutlichen Anstieg der lokalen Feinstaub-Belastung verbuchen. Die Reinhaltung der Luft ist ein wichtiges und aktuelles Thema, denn jährlich sterben weltweit mehr als sechs Millionen Menschen an Luftverschmutzung (WHO). Und zu den Hauptverursachern zählt neben dem Verkehr und der Landwirtschaft insbesondere auch die Verbrennung von Holz in Hausfeuerungen.

Ergebnisse aus dem CleanAir by biomass Projekt

Das muss aber nicht sein. Im Projekt Clean Air by biomass konnte gezeigt werden, dass die Emissionen von Biomassefeuerungen mit verschiedenen Maßnahmen erheblich verringert werden können. Neben dem Austausch von Altanlagen, der Wartung von Feuerungsanlagen, zeigte insbesondere die persönliche Nutzerschulung an Scheitholzöfen das größte Potential zur Emissionsreduktion. Staub-Emissionen konnten um bis zu 80% und die Benzo(a)pyren-Emissionen um bis zu 97% reduziert werden.

Projekt CleainAir II gestartet

Das neue Projekt Clean Air II hat sich daher zum Ziel gesetzt das Nutzerverhalten an Scheitholzöfen nachhaltig zu verbessern, um somit die Emissionen dieser Feuerungstechnologie signifikant zu reduzieren und zur Verbesserung der Luftqualität beizutragen. Und wie könnte dieses Thema moderner und effizienter unter die Leute gebracht werden als diese selbst in die Wissenschaft mit einzubeziehen – Stichwort Citizen Science! Der Ansatz gemeinsam Forschung zu betreiben ist dabei nicht nur eine Methode, um Daten für die Wissenschaft zu bekommen. Dadurch dass die Nutzer selbst in die Thematik mit einbezogen werden, werden diese sensibilisiert und zu Vorreitern im gesamten Bekanntenkreis, den man gerne um Rat frägt. Besser als jeder Elfenbeinturm-Wissenschaftler, besser als jede Broschüre, ein Insider, ein CleanAir Botschafter!

Citizen Science Ansatz

In Workshops (in 10 steirischen KEM/e5-Regionen) können Nutzer von Einzelraumfeuerstätten einen „Real Life Teststand“ betreiben. In einer mobilen Infrastruktur wird parallel das Heizungsverhalten von mehreren Nutzern in drei identen Scheitholzöfen verglichen. Mit einem Online-Messsystem und einer Visualisierung der Emissionen können die Auswirkungen live miterlebt werden. Dabei wird verdeutlicht, welchen Einfluss bestimmte Betriebsweisen auf die Emissionen haben. Gleichzeitig können die Teilnehmer und alle anderen Interessierten unsere Citizen Science App herunterladen, mit welcher sie ihr Heizverhalten am eigenen Ofen in ihrem Haus dokumentieren können. Anhand von Nutzungsdaten zum Heizverhalten, wie Ofentyp, Heizbeginn, Holzmenge, Abbranddauer,… und Fotos von der Flamme, wird der Betrieb hinsichtlich des Emissionsverhaltens ausgewertet und dem Nutzer als Feedback gegeben. So sehen sie gleich, wie sie im Vergleich mit anderen Nutzern stehen und wie sie ihr Betriebsverhalten verbessern können, um die Emissionen ihrer Feuerung zu senken.

Impact mal Reichweite

Mit diesen Maßnahmen sollen pro Region etwa 100-150 Haushalte erreicht werden. Über die Projektlaufzeit hinweg werden somit in einem ersten Schritt über 1000 Haushalte in der Steiermark erreicht. Durch die Insider und CleanAir-Botschafter werden weitere Personen mit dem Thema konfrontiert und sensibilisiert.

Aufgrund des universellen Ansatzes ist die Methodik des Projektes leicht multiplizierbar. Sowohl App als auch Workshops können in anderen Regionen\Ländern transferiert werden. Setzt man die Wirksamkeit dieser Luftqualitätsmaßnahme ins Verhältnis mit den geringen Kosten für die Multiplizierung, so zeigen sich hier enorme Vorteile gegenüber den klassischen Produkt- oder Austausch-Förderungen. Finden wir gemeinsam heraus, wie auch Sie beitragen können – treffen Sie uns bei der CEBC 2020 in Graz oder kontaktieren Sie manuel.schwabl@best-research.eu.

 


Projektvolumen

EUR 583.425 ,--

Projektstart

2019-04-01 (laufend)

Finanzierung

FFG, COMET

Projektpartner

Publikationen